Expressionismus

Eine geistige Haltung, ein Lebensgefühl...

Der Expressionismus verband viele Künstler Europas, die über eine reine Abbildung der Wirklichkeit hinausgehen wollten.

Ein neues Erleben war gefragt - gegen die Tendenzen des Naturalismus, gegen eine rein ästhetische Kunst, die nur das schöne Äußere zur Schau stellt. Ein Erleben, das sowohl die sachliche Ebene als auch die Stimmigkeit von Perspektive, die Einhaltung von Naturgesetzmäßigkeiten und damit auch den starren Umgang mit Farben und Formen überwinden sollte.

Angesagt war nun nicht mehr die pure und wirklichkeitsgetreue Wiedergabe schöner Formen, sondern ein subjektives, spontanes und gefühltes Erleben der Realität, das die Künstler in ihren Werken zum Ausdruck brachten.

 

Entwicklung des Expressionismus

Man spricht von zwei expressionistischen Wellen. Die erste fand zwischen 1885 und 1900 statt. Hierbei handelte es sich um eine Entwicklung aus dem Post-Impressionismus, der schon auf die Übermittlung des subjektiven Empfinden des Künstlers zielte. Vertreter dieser Richtung waren Paul Cézanne, Paul Gauguin, Vincent van Gogh. Auch die Arbeiten von Henri de Toulouse-Lautrec und Edvard Munch fielen in diese erste expressionistische Welle.

Die zweite und heftigere expressionistische Flut zeigte sich in Frankreich u.a. durch die Beiträge Georges Rouaults, im Frühwerk Pablo Picassos, Henri Matisses, Marc Chagalls durch den Fauvismus und den Kubismus, in Italien entstand die Richtung des Futurismus. In Deutschland entstanden Künstlervereinigungen wie die Dresdner "Brücke", gegründet von den vier Architekturstudenten Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff. Weitere Mitglieder waren Max Pechstein, Otto Mueller, Cuno Amiet und kurzzeitig auch Emil Nolde und Kees van Dongen.

Begriffsklärung

Der Begriff des Expressionismus beschrieb ursprünglich eine internationale Strömung moderner Kunstformen. Der Begriff tauchte auf im Umfeld der avantgardistischen Zeitschrift "Der Sturm" (herausgegeben von Herwarth Walden), die alle modernen Stilrichtungen fördern wollte. Später in der engeren Definition betitelte der Expressionismus eine Kunstform, die speziell in Deutschland ihren Höhepunkt erreichte.

Für den deutschen Expressionismus in der Malerei stehen Namen wie u.a. Oskar Kokoschka, Max Beckmann, Otto Dix, George Grosz, die (internationale) Künstlervereinigung München u.a. mit Wassily Kandinsky und Franz Marc, aus der die Verlags-und Ausstellungsgruppe "Der blaue Reiter" entstand und "Rheinische Expressionisten" mit August Macke.

Geistige Haltung und Lebensgefühl

Die Expressionisten gingen die unterschiedlichsten Wege, jeder hatte seinen eigenen Stil. Gemeinsam war ihnen die geistige Haltung, das Lebensgefühl - ein unbedingter Wille, starre Muster aufbrechen zu wollen, der Routine zu entfliehen. Somit war der Expressionismus ein Protest - gegen die bestehende Ordnung und damit auch gegen das Bürgertum.

Eine Zeit des Umbruchs, eine Zeit der Deformation von Farben und Formen.

Das eigene Empfinden zählt, die Außenwelt gibt nur Anreize. Der Künstler befreit sich von der sturen Wiedergabe der Wirklichkeit, die ohnehin bereits bis ins letzte Detail bearbeitet und dargestellt wurde.

Expressionistische Malweise

Die expressionistische Malweise ist oft direkt und spontan. Gekünstelter Ballast wird abgeworfen, gelernte Normen werden zweitrangig.

Gefragt ist das innere Auge, das subjektive Empfinden und die unverfälschte Darstellung des Erlebten.

Merkmale:

Freier Umgang mit Farben, Formen und Perspektiven

  • Farben oft ungemischt aufgetragen

  • Form oft holzschnittartig vereinfacht

  • Perspektive mitunter aufgelöst

Reduktion des Motives auf das Wesentliche

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Auf den Spuren von Ernst Ludwig Kirchner...

08.09.- 15.09.2019

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