Loslassen
Was darf gehen?
30. Oktober
Die Schwelle bereiten
Der letzte Tag vor Samhain.
Heute gibt es kein großes neues Thema mehr.
Was habe ich gesehen?
Was habe ich empfangen?
Was habe ich gegeben?
Was habe ich losgelassen?
Und dann:
Was möchte ich morgen über die Schwelle mitnehmen?
Zur Vorbereitung:
Übergang zu Samhain.
LOSLASSEN
Was darf gehen?
Wir sind inzwischen weit gegangen.
Wir haben geschaut, was bereits da ist.
Wir haben geübt zu empfangen.
Wir haben uns mit dem Geben beschäftigt.
Und vielleicht zeigt sich nun etwas, das zu jeder Bewegung gehört:
Man kann nicht unbegrenzt festhalten.
Nicht alles kann bleiben.
Nicht jede Aufgabe.
Nicht jede Rolle.
Nicht jede Erwartung.
Nicht jeder alte Satz.
Und vielleicht ist genau das ein Teil der Fülle:
Zu wissen, wann etwas seine Zeit gehabt hat.
Wenn wir vom Loslassen sprechen, entsteht manchmal sofort Druck.
Ich muss loslassen.
Ich sollte endlich darüber hinweg sein.
Ich muss mich davon trennen.
Aber vielleicht ist das gar nicht der Weg.
Vielleicht beginnen wir anders.
Mit einer Würdigung.
Frage dich:
Was hat mir einmal gedient?
Welche Stärke?
Welche Vorsicht?
Welche Rolle?
Welche Überzeugung?
Vielleicht gab es Dinge, die dir geholfen haben, durch eine schwierige Zeit zu kommen.
Vielleicht hast du gelernt, stark zu sein.
Alles alleine zu schaffen.
Niemandem zur Last zu fallen.
Immer aufmerksam zu sein.
Dich anzupassen.
Alles unter Kontrolle zu halten.
Vielleicht war das einmal wichtig.
Vielleicht hat dich etwas davon sogar gerettet.
Deshalb musst du nichts davon bekämpfen.
Du darfst sagen:
Danke.
Du hast mir geholfen.
Und vielleicht kannst du dann fragen:
Brauchst du mich heute noch genauso?
Nicht:
Muss ich dich loswerden?
Sondern:
Darfst du dich verändern?
Vielleicht darf aus Kontrolle heute mehr Vertrauen werden.
Aus Härte mehr Freundlichkeit.
Aus ständiger Verantwortung mehr Abgrenzung.
Aus Angst mehr Vorsicht.
Aus Anpassung mehr Wahrhaftigkeit.
Vielleicht gibt es etwas, das du nicht mehr tragen möchtest.
Nimm dir Zeit.
Lass ein Bild entstehen.
Ein Gegenstand.
Ein Wort.
Eine Situation.
Eine Rolle.
Etwas, das du schon lange mit dir trägst.
Du musst es nicht wegwerfen.
Du musst es nicht vergessen.
Du darfst einfach für einen Moment neben ihm stehen.
Und vielleicht sagen:
Ich weiß, warum ich dich getragen habe.
Ich weiß, dass du einmal wichtig warst.
Und vielleicht brauche ich dich heute nicht mehr auf dieselbe Weise.
Atme.
Spüre deine Hände.
Vielleicht öffnest du deine Hände für einen Moment.
Nicht um etwas loszuwerden.
Sondern um zu erfahren, wie es sich anfühlt, nichts festhalten zu müssen.
Was bleibt, wenn du nicht festhältst?
Vielleicht ein Raum.
Vielleicht Ruhe.
Vielleicht Trauer.
Vielleicht Erleichterung.
Vielleicht Unsicherheit.
Alles darf da sein.
Und dann frage dich:
Was möchte ich bewahren?
Denn auch das gehört zum Loslassen.
Nicht alles muss gehen.
Manches möchte bleiben.
Eine Erfahrung.
Eine Beziehung.
Eine Fähigkeit.
Eine Erinnerung.
Eine Wahrheit über dich.
Eine Hoffnung.
Vielleicht sagst du dir:
Ich darf loslassen.
Ich darf bewahren.
Ich darf mich verändern.
Und ich darf dabei ich selbst bleiben.
Morgen ist Samhain.
Eine Schwelle.
Du musst morgen nichts Neues werden.
Du musst nichts erreicht haben.
Du musst nur ankommen.
Mit dem, was du gesehen hast.
Mit dem, was du empfangen hast.
Mit dem, was du gegeben hast.
Mit dem, was du losgelassen hast.
Und vielleicht gibt es heute nur einen Satz, den du mitnehmen möchtest:
Ich darf loslassen, ohne mich selbst zu verlieren.
Noch ein Atemzug.
Und noch einer.
Dann komm langsam zurück.
29. Oktober
Die leeren Hände
Heute gibt es eine sehr einfache Übung.
Beide Hände öffnen.
Dann einige Atemzüge lang einfach sitzen.
Wie fühlt es sich an, nichts festhalten zu müssen?
Nicht als Zwang.
Nicht als „Ich muss loslassen“.
Sondern als Erfahrung.
28. Oktober
Abschied
Schreibe einen Brief an etwas, das du loslassen möchtest.
-
eine alte Version deiner selbst
-
eine Erwartung
-
eine vergangene Beziehung
-
eine Rolle
-
eine Angst
-
eine Schuld
-
eine Vorstellung davon, wie das Leben hätte sein sollen
Vielleicht so:
„Ich weiß noch, warum ich dich gebraucht habe …“
Und dann:
„Heute brauche ich dich vielleicht nicht mehr auf dieselbe Weise.“
27. Oktober
Was darf bleiben?
Dieser Tag ist wichtig.
Nicht alles muss weg.
Vielleicht gibt es Dinge, die gerade deshalb sichtbar werden, weil wir sie würdigen.
-
eine Beziehung
-
eine Fähigkeit
-
eine Erinnerung
-
eine Erkenntnis
-
eine Hoffnung
-
einen Ort
-
einen Teil von mir
Loslassen braucht manchmal ein klares Ja zum Bleiben.
26. Oktober
Alte Sätze
Ich muss …
Ich darf nicht …
Ich sollte …
Ich bin …
Ist dieser Satz heute noch wahr?
Und:
Wem gehört dieser Satz eigentlich?
Und jetzt erschaffen wir eine neue Möglichkeit:
Heute darf ich …
25. Oktober
Was trage ich noch?
Heute gibt es eine Körperübung.
Sitze oder stehe bequem, spüre deine Füße auf dem Boden und lasse deinen Atem fließen.
Stelle dir nun die Frage:
Wenn ich mir mein Leben gerade als Gepäck vorstelle – was trage ich?
Gedanken.
Erwartungen.
Aufgaben.
Schuld.
Verantwortung.
Erinnerungen.
Fremde Wünsche.
Spüre nun nach:
Was davon gehört wirklich zu mir?
24. Oktober
Loslassen bedeutet nicht: Es war falsch.
Manches hat uns getragen.
Manches hat uns geschützt.
Manches war einmal notwendig.
Und irgendwann darf etwas Neues entstehen.
Was hat mir einmal gedient?
Der erste Tag dieser Woche soll genau diese Würdigung enthalten.
Dazu stellen wir uns die folgenden Fragen:
-
Welche Eigenschaft hat mir früher geholfen?
-
Welche Rolle hat mich geschützt?
-
Welche Strategie hat mich durch schwierige Zeiten gebracht?
-
Welche Überzeugung war einmal sinnvoll?
-
Welche Grenze habe ich gebraucht?
-
Welche Stärke möchte ich behalten – auch wenn ich ihre alte Form nicht mehr brauche?
Vielleicht:
Ich muss nicht gegen meinen alten Schutz kämpfen. Ich darf ihm danken.
24. – 30. Oktober
LOSLASSEN
Was darf gehen?
Je näher wir Samhain kommen, desto dunkler werden die Tage.
Die Natur zieht sich zurück.
Auch wir dürfen langsamer werden.
Nicht alles muss mitgenommen werden.
Manches hat seine Aufgabe erfüllt.
Eine Beziehung.
Eine Vorstellung.
Eine alte Rolle.
Ein Anspruch.
Eine Schuld.
Ein Bild davon, wie du sein solltest.
In dieser Phase geht es um bewusstes Loslassen – nicht um Verdrängen.
Du entscheidest selbst, was du anschauen möchtest und was nicht.
Was dich erwartet:
-
Abschiedsrituale
-
Schreiben und Gestalten
-
Arbeit mit Symbolen
-
Meditation
-
biografische Rückschau
-
ein persönliches Loslass-Ritual